Tabak und das Gefahrenpotential

18 01 2010

Jeder 4. Erwachsene in Europa greift mehrmals täglich zur Zigarette und auch unter den Jugendlichen ist die Anzahl der Raucher relativ hoch. Aufgrund von Gruppenzwang, sozialer Einbindung, Neugierde oder persönlichen Problemen kommen extrem junge Menschen häufig schon sehr früh in den Kontakt mit Zigaretten. Obwohl der Großteil der Raucher die möglichen gesundheitlichen Folgen des Rauchens kennt und weiß, dass die Lebenserwartung um 10 bis 15 Jahre verkürzt wird, wird der Zigarettengenuss nicht aufgegeben.

Mit jedem Zigarettenzug gelangen viele giftige Stoffe in den Körper: Schadstoffe (Kohlenmonoxid, Nitrosamine, Benzoepyren, Benzol, Cyanwasserstoff, Aldehyde, Cadmium), 4000 Chemikalien mit nicht bekannter Wirkung sowie 210 Billionen freie Radikale.

Wirkung Freier Radikale

Sie verbrauchen essentielle Antioxidantien wie  Vitamin C, A, E, Beta-Carotin, Zink und Selen, es kommt es zu einer starken Verminderung dieser. Der Mangel bewirkt, dass die schädigenden freien Radikale nicht ausreichend neutralisiert werden, wodurch sich stetig neue freie Radikale als Stoffwechselzwischenprodukte aufgrund von Kettenreaktionen im Körper bilden (oxidativer Stress).

Sie greifen körpereigene Proteine und Lipide sowie die Erbsubstanz im Zellkern (DNA) an und schädigen diese. Die im Cholesterin befindlichen ungesättigten Fettsäuren werden oxidiert, gelten dann in ihrer veränderten Form als schädliche Fremdstoffe und können so an den Arterienwänden festkleben.

Auswirkungen des regelmäßigen Zigarettenkonsums

Täglicher Zigarettenkonsum ist verantwortlich für ein Drittel aller Krebserkrankungen, tödlich endende Herzinfarkte (Myokardinfarkte), Schlaganfälle (Apoplexe), Sehstörungen und  Schwachsichtigkeit durch Cyanwasserstoffe, Entstehung von Krebs (Karzinomen) der Atmungsorgane durch Formaldehyd, schwere Organschädigungen durch Cadmium als toxisches Schwermetall, Schwächung des Immunsystems, erhöhte Blutfett- und Cholesterinwerte, erhöhtes Risiko an Diabetes mellitus Typ II zu erkranken, Durchblutungsstörungen (Periphere arterielle Verschlusskrankheiten), Arterienverkalkung (Atherosklerose), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Koronare Herzkrankheit (KHK), Vorzeitige Hautalterung , Nierenfunktionsstörungen, Zellschäden durch Schwermetalle und andere giftige Stoffe, Schädigungen der DNA sowie mögliche Veränderungen am genetischen Code, Entzündungen im Verdauungstrakt sowie  Knochenschwund (Osteoporose).

Tabak und Immunsystem

Besonders gefährdet sind die Luftwege von Rauchern, da der Überschuss an Freien Radikalen sowie der Antioxidantienmangel die oberen Luftwege anfälliger auf Viren und Bakterien macht und diese nur noch langsam zerstört werden können. Es fehlen die nötigen Vitalstoffe (Mikronährstoffe), um den Organismus vor solchen Krankheitserregern zu schützen. Der Rauch von Zigaretten ist damit ein immunbelastender Faktor und beeinträchtigt stark unsere körpereigene Abwehr.

Achten Raucher nicht auf eine abwechslungsreiche Ernährung, hat ihr Körper nicht genug Abwehrstoffe, um vor Umweltschadstoffen und anderen äußeren Einflüssen geschützt zu sein. Das Immunsystem von Rauchern ist daher anfälliger für Infektionen als das von Nichtrauchern.

Tabak und Vitamin C

Eine Zigarette kann bis zu 30 mg Vitamin C verbrauchen, wodurch die Vitamin C-Reserven sehr schnell abgebaut werden, je häufiger nach einer Zigarette gegriffen wird. Der Vitamin C-Bedarf ist somit mehr als doppelt so hoch als der von Nichtraucher/innen.

Rauchen und die daraus resultierenden Vitamin C-Defizite bewirken eine Erhöhung der Blutfett- und Cholesterinwerte, Erhöhung des Risiko von Blutgerinnseln, verfrühte Hautalterung und Zahnfleischbluten (Gingivitis).

Tabak und Vitamin D und B-Vitamine

Zigarettenrauch vermindert die Reserven von Vitamin D, Folsäure – Vitamin B9, Vitamin B12 ua. B-Vitaminen. Sind der Vitamin B12- sowie der Folsäurespiegel stark gesenkt, kommt es bei Rauchern zu schweren Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Schwächeanfällen, Gereiztheit, starken sowie ungewöhnlichen Blutungen, Entzündungen im gesamten Verdauungstrakt, Appetitlosigkeit sowie Gewichtsverlust.

Tabak  und Zink, Selen und Calcium

Ein niedriger Zink- und Selenstatus begünstigt Zellschäden, weil die Schutzwirkung dieser Spurenelemente vor Schwermetallen und anderen giftigen Stoffen aus dem Zigarettenrauch ausbleibt und sich dadurch zum Beispiel Blei und Cadmium im Körper anreichern.
Raucher sind außerdem einer höheren Gefahr für Knochenbrüche und Osteoporose ausgesetzt, da zunehmend Mineralstoffe, va. Calcium, in den Knochen verloren gehen.

Zigaretten bakterienbelastet

US-Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass in Zigaretten zahlreiche unterschiedliche Bakterienarten vorhanden sind. Unter den weit über hundert verschiedenen Keimen befinden sich auch solche, die beim Menschen zu Krankheiten führen können. So konnte beispielsweise in allen untersuchten Zigaretten die Bakterienart Pseudomonas aeruginosa, ein Keim, der in den USA für ein Zehntel aller Krankenhausinfektionen verantwortlich ist, nachgewiesen werden.

Nicht selten fanden die Forscher auch solche Bakterien vor, die Lungen- und Blutinfektionen verursachen können.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass die Keime den Prozess des Rauchens überstehen und dadurch nicht zerstört werden. Daraus könnte sich eine große gesundheitliche Gefahr nicht nur für Raucher, sondern auch für Passivraucher hinsichtlich der Zunahme von Infektionen und chronischer Erkrankungen ergeben.

Tabak und Fruchtbarkeit

Tabakkonsum vermindert die Fruchtbarkeit. Die mit der Zigarette aufgenommenen Schadstoffe rufen Störungen in der Hormonsteuerung hervor, nehmen Einfluss auf die Eizellenreifung der Frau sowie auf die Spermienproduktion des Mannes. Demzufolge wird die Empfängnis der rauchenden Frauen deutlich schwieriger und die Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu empfangen, um mehr als 30 % verringert, da der belastete Gebärmutterschleim das Aufsteigen der Samenfäden erschwert.

Tabak und Schwangerschaft/ Stillzeit

Die schädigenden Giftstoffe des Zigarettenrauches erreichen über die Nabelschnurgefäße und den Mutterkuchen (Plazenta) direkt den Fetus im Mutterleib. Das enthaltende Nikotin verschlechtert die Durchblutung in der Gebärmutter und in der Plazenta, wodurch das ungeborene Kind nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt wird. Der Schadstoff verursacht einen schnelleren Herzschlag sowie Störungen in der Entwicklung des Gehirns des ungeborenen Kindes. Da Nikotin eine starke gefäßverengende Wirkung hat, beeinflusst es die Blutgefäße in der Plazenta, sodass weniger Blut und Sauerstoff den Fetus erreichen. Das kann zu Gefäßkrämpfen sowie -verschluss, zum Gewebstod bis hin zu Störungen in der Entwicklung der Glieder des Embryos führen.

Tabakkonsum während der Schwangerschaft und Stillzeit erhöht das Risiko, dass Kinder geistige Schäden davontragen. Je mehr geraucht wird, desto niedriger fällt der Intelligenzquotient des Kindes aus. Bei einer Zigarettenschachtel pro Tag steigt die Gefahr um 85 %, ein geistig zurückgebliebenes Kind zur Welt zu bringen.

Des Weiteren sind im Tabakrauch krebserregende Substanzen enthalten, welche die DNA des ungeborenen Kindesschädigen und dadurch eine spätere Leukämie oder andere Krebserkrankungen im Kindesalter hervorrufen können.

Calcium- und Vitamin D -Mangel bei der Mutter beeinträchtigen die Entwicklung von Knochen und Zähnen des ungeborenen Kindes, erniedrigen dessen Calciumspiegel im Blut und verstärken die Ausbildung einer Rachitis.

Vitamin B1-Defizite verursachen einen schweren Vitamin B1-Mangel und damit Herzversagen beim Fötus. Fehlt in der Ernährung der schwangeren Frau Jod, kann das Kind eine schwerwiegende geistige Entwicklungsstörungen davontragen. Folsäure-Defizite erhöhen die Gefahr von Früh- und Totgeburten, Geburtsfehlern sowie niedrigem Geburtsgewicht.

Raucht die Mutter bis zu neun Zigaretten, steigt die Gefahr des Auftretens eines plötzlichen Kindstodes um das Fünffache, wobei das neugeborene Kind zwischen dem achten Lebenstag und dem Ende des ersten Lebensjahres verstirbt. Des Weiteren können Störungen der Gehirnfunktion auftreten, die die Herz- und Kreislaufregulation oder bestimmte Aufwachmechanismen beeinflussen. Häufig kommt es unter diesen Umständen zu einer verlangsamten Herzfrequenz und schließlich zum Aussetzen der Atmung. Da sich zwischen dem dritten und vierten Lebensmonat der Säuglinge die Hirnreifung vollzieht, kann verstärkter Zigarettenkonsum diese in Form von Veränderungen und Entwicklungsstörungen erheblich beeinträchtigen.

Raucherentwöhnung.

Die Nikotinsucht ist sowohl durch eine soziale bzw. psychische Komponente als auch durch eine biologische Komponente gekennzeichnet. Das Rauchverhalten wird sozial durch Gruppenakzeptanz verstärkt, während der Nikotinkonsum neurobiologisch über Ausschüttung der Botenstoffe im Belohnungssystem des Gehirns erhöht wird.

Dies erklärt die hohe Suchtpotenz des Rauchens und die Art der Suchtentstehung.
Die Folgeschäden des Tabakkonsums sind immens. Jährlich sterben über 100.000 Menschen an den Folgen des Rauchens.

Für die Raucherentwöhnung steht eine Vielzahl an Methoden zur Verfügung. Wie bereits erwähnt, besitzt die Tabaksucht eine psychologische und eine biologische Komponente. Aus diesem Grund besteht die Entwöhnung aus einer medikamentösen Therapie, vor allem zur Reduktion der Entzugserscheinungen, und aus einem verhaltenstherapeutischen Ansatz, der meist auf den Lerntheorien basiert.

- Akupunktur (Beeinflussung der Zirkulation der Energien im Körper)

- Hypnose (suggestive Veränderung Bewusstseins)

- Raucherentwöhnungskurse (Erfahrungsaustausch, Gemeinschaftsgefühl, Motivation)

- Medikamentöse Therapie mit Bupropion (neurobiologische Wirkung)

- Nikotinersatztherapie (Nikotinkaugummis, -pflaster, -sprays, -inhalatoren)

- Selbstmotivation ( Literatur oder Tonbänder)

- Stationäre Raucherentwöhnung

- Verhaltenstherapie (Problemlösetraining, Bewältigungsstrategien)





Ist Fisch gesund?

17 01 2010

Keine Frage, Fisch IST gesund. Doch Studien zeigen, dass es vor allem auf die Zubereitung ankommt. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung meint: Wer protektive Effekte der Omega-3-Fettsäuren nutzen will, sollte Pfanne und Paniermehl über Bord werfen.

Bis zu zwei Portionen Fisch sollten pro Woche verzehrt werden. Das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Regel Nr. 4 ihrer „10 Regeln“. Dabei unterscheidet die DGE nicht wesentlich zwischen Seefischen und Süßwasserfischen aus Fluss oder Teich. Eher schon zwischen Fett- und Magerfischen.

Während die fettreichen Vertreter ihrer Art über zehn Prozent Fettanteil auf die Waage bringen, sind es bei den Magerfischen weniger als ein Prozent. Ideal sei, einmal pro Woche einen fetten Fisch wie Aal, Hering oder Thunfisch zu servieren und einmal einen Magerfisch wie Kabeljau, Schellfisch oder Seelachs, rät die DGE. Sie alle liefern langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Docosahexaensäure (DHA) oder Eicosapentaensäure (EPA), auch bekannt unter dem Namen Omega-3-Fettsäuren.

Omega-3-Fettsäuren nutzen dem Herzen

Sie wirken positiv auf das Herz und können Herzinfarkte verhindern. Sie sollen die Gesamtsterblichkeit senken, insbesondere aber die Sterblichkeit durch Veränderungen im Herz-Kreislauf-System und das Risiko eines plötzlichen Herztodes. Allerdings sind die Ergebnisse uneinheitlich. Unklar ist auch die optimale Dosierung für diese Omega-3-Fettsäuren, so dass man kaum konkrete Empfehlungen zu ihrer Einnahme geben kann.

Außerdem zeigen neue Daten der „Multiethnic Cohort Study“ (MEC), an der seit 17 Jahren 82.243 herzgesunde Männer und 103.884 Frauen aller ethnischer Abstammung teilnahmen, dass der kardiale Nutzen des Fischverzehrs offenbar deutlich von der Zubereitung des Wasserbewohners abhängt. Lixin Meng, von der University of Hawaii in Manoa, stellte dieses Jahr beim Kongress der „American Heart Association“ (AHA) in Orlando Teilauswertungen der Studie vor. Männer, die pro Tag mindestens 3,3 Gramm Omega-3-Fettsäuren mit der Nahrung aufnahmen, hatten ein 23% geringeres Risiko, an einer KHK zu sterben als jene, auf deren Speiseplan durchschnittlich nur 0,8 Gramm pro Tag standen. Bei Frauen war dieser Zusammenhang weniger stark ausgeprägt.

Wenn Fisch, dann bitte nicht als Stäbchen

Feinanalysen zeigten, dass der schützende Effekt der Omega-3-Fettsäuren für das Herz wesentlich von der Art der Aufnahme abhängt. Während Frauen vor allem von Sojasoße und Tofu profitieren, gilt für beide Geschlechter: Roher, gekochter oder gebackener Fisch lässt seine Omega-3-Fettsäuren offenbar optimal zur Geltung kommen. Brät man das Tierchen dagegen, trocknet oder konserviert es mit Salz, kann das dem Herzen sogar schaden – trotz der Omega-3-Fettsäuren. Mehr als 6,2 Gramm panierter Fisch pro Tag lassen die KHK-Mortalität um 12% ansteigen.

Das trifft nicht zuletzt all jene, die Fisch gerne in Blockform zu sich nehmen. „Fischstäbchen sind nur bedingt geeignet, um Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen“, sagt etwa Ökotrophologin Antje Gahl, Pressesprecherin der DGE. Natürlich seien Fischstäbchen besser als kein Fisch, aber das Gewichtsverhältnis von Panade zu Fisch eher ungünstig. „Das saugt sich beim Braten richtig mit Fett voll.“ Wenn schon, dann solle man die Fischstäbchen in den Backofen stecken oder am besten frischen Fisch dämpfen oder dünsten.

Ihre Sabine Bormann

(Artikel gekürzt aus Doc Check News, 13.01.`10 von Dr. med. Michael Lukas)





Zartbitterschokolade verhindert Karies

3 01 2010

Schokolade, der ultimative Wohlfühl-Snack für “Schokoholics”,  ist erneut wissenschaftlich untersucht worden. Forscher haben entdeckt, dass dunkle Schokolade eine bitter schmeckende Substanz  mit dem Namen “Tannin” enthält.

Kariesverursachende Bakterien benötigen Zucker, um mithilfe ihres Stoffwechsels Säuren zu produzieren, welche wiederum die Mineralien aus dem Schmelz herauslösen und somit letztlich zu einem “Loch” im Zahn führen. Tannin als Bitterstoff kann diesen Prozess verhindern.

Tannin wird in vielen Nahrungsmitteln gefunden, zb in:

- Früchten (Erdbeeren, Preiselbeeren, Heidelbeeren, Äpfeln, Grapefruits)

- roten Bohnen

- rotem Wein

- über versch. Holzarten geräuchertem oder gepökeltem Fleisch oder Fisch

- in Gewürzen (Zimt, Kreuzkümmel)

- in schwarzem Tee oder

- in Rosinen (Rosinen enthalten zwar viel Zucker, aber nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sind kariesauslösende Bakterien nicht in der Lage, nach Verzehr von Rosinen an den Zähnen zu haften)

Trotz allem kann ungesunde wie auch gesunde Nahrung zu Karies führen. Wichtig ist, die Anzahl der Snacks über den Tag zu verteilen  als  dauernd zu naschen. Ein Snack, der keine Karies auszulösen vermag, ersetzt noch lange keine gesunde, ausbalancierte Nahrung.

Für eine optimale Zahngesundheit gelten demnach nach wie vor die goldenen Regeln:

- immer: Warten Sie ca 20 min nach dem Verzehr säurehaltigen Essens, damit die  entmineralisierten Zähne wieder hart werden können.

- 2x täglich: Benutzen Sie  fluoridierte Zahnpasta ohne Putzkörper (sog. nicht-abrasive Zahnpasta).

- 1x täglich: Benutzen Sie Zahneide.

- regelmäßig: Lassen Sie Ihre Zähne von Ihrem Zahnarzt durchsehen.

Dann  haben Sie an Ihren Zähnen bis ins hohe Alter viel Freude und können lange kraftvoll zubeißen!

Ihre Sabine Bormann

(gekürzter Artikel aus “0ffice news”)








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