“Change has come…”
Endlich in den USA. Wer ganz nah dran sein will an der hoffentlich postiven Entwicklung sollte sich http://www.whitehouse.gov/ ansehen. Das ist ein gutes Beispiel für transparente Öffentlichkeitsarbeit. Aber auch bei uns wird es Veränderung geben, im Kleinen wie im Grossen. Im Kleinen, weil wir durch blogs die Möglichkeit haben, wenig bekannte Tatsachen öffentlich zu machen. Und manchmal bewirken kleine Veränderungen ja auch grössere Veränderungen. Zumindest kann eine ausgewogene Information nicht schaden. Margret Mead hat den Satz geprägt: “Never doubt, that a small group of dedicated people can change the world. In fact, it is the only thing that ever has!”
So werde ich an dieser Stelle Themen rund um die Zahnmedizin, meine Patienten, meine Praxis und mein Team sowie um das weitere Umfeld kommentieren.
Ich bin seit 32 Jahren in meiner Praxis in Rendsburg niedergelassen, habe in dieser Zeit eine unglaublich rasante Entwicklung der Zahnheilkunde miterleben dürfen wie auch eine fragwürdige, aber “reell-existierende” Gesundheitspolitik verfolgen und, zusammen mit meinen Patienten, “erdulden” müssen.
Als Beobachter und Betroffener kann ich nun sagen, dass ich das “Sytem” erkannt habe. Eine bestimmte Menge Geldes steht durch die Versichertenbeiträge- nach Abzug der immensen Kosten der Versicherungen für deren “Selbstverwaltung und Selbstdarstellung” und für versicherungsfremde Leistungen für die medizinische Versorgung der Versicherten schlussendlich zur Verfügung. Dann wird aufgeteilt, wieviel z.B. für die zahnmedizinischen Behandlungen in Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt wird. Diese Summe wird dann z.B. über die “Kassenzahnärztliche Vereinigung” nach Anzahl der erbrachten Leistungen an die Zahnärzte verteilt. Überschreitet ein Zahnarzt aber die ihm maximal zugeteilten- weil die Geldmenge ja begrenzt ist-Leistungen, so muss er diese erbrachten Leistungen, neben den dazugehörigen Kosten für Material und Personal, aus eigener Tasche bezahlen. Und dies, obwohl die erbrachten Leistungen ja erforderlich waren- denn wer lässt sich ohne Grund eine Füllung erneuern oder einen Zahn ziehen?
Wenn dann am Quartalsende keine Leistungen mehr erbracht werden können-schlicht weil das Geld verbraucht ist, heisst es aber von den Krankenkassen, die Zahnärzte und Ärzte wären schuld, denn sie hätten die Pflicht, mit den Geldern der Krankenkassen sorgfältig umzugehen und natürlich alle “anfallenden” Patienten zu behandeln. Diese Quadratur des Kreises ist aber noch nie gelungen und wird es in Zukunft auch nicht.
Diese Schuldzuweisungen sind bekannt- alle nach dem Schema ” haltet den Dieb”. Sie haben sich seid Jahren nur in Nuancen verändert, treffen aber früher wie heute nicht den Kern des Problems: Zu viele, immer teurer werdende Leistungen werden für immer mehr Anspruchsberechtigte durch immer weniger einzahlende, dafür aber immer höher belastete Versicherte erbracht.
Auch hier ist Ehrlichkeit und ein Umdenken angebracht. Irgendwann werden auch wir in unserem Gesundheitswesen hoffentlich sagen können: “Change has finally come”.